Nachhaltigkeit: Impact over Compliance

Damit nachhaltiges Wirtschaften zum Erfolgsfaktor wird, reicht es nicht, nur Daten für die Compliance zu sammeln. Erst wenn Nachhaltigkeit im gesamten Unternehmen mitgetragen und über die eigenen Lieferketten hinaus umgesetzt wird, entsteht ein wesentlicher Schritt in Richtung Zukunftsfähigkeit.

Viele KMU leisten schon lange einen Beitrag zur Nachhaltigkeit, ohne sich dessen bewusst zu sein. Wenn wir beispielsweise Material einsparen, Transportkosten senken, oder die Lebenszeit eines Produkts verlängern, tragen wir damit automatisch auch zu mehr Nachhaltigkeit bei. Diese Beiträge lassen sich daher bestens in die Nachhaltigkeitsstrategie eines Unternehmens integrieren. Werden die verschiedenen Initiativen gebündelt und mit Zielen verknüpft, entsteht ein klareres Bild darüber, wo man als Unternehmen steht, und was es noch zu erreichen gilt.

Impact vor Compliance

Denn der Handlungsdruck steigt: Überschwemmungen, Trockenheit und Ernteausfälle führen uns die unbequeme Realität des Klimawandels stetig vor Augen – und die Dringlichkeit, von fossilen Brennstoffen auf nachhaltige Energiekreisläufe umzustellen. 

Mit ihren siebzehn Zielen für eine nachhaltige Entwicklung, den Sustainable Development Goals (SDGs), haben die Vereinten Nationen die weltweite Nachhaltigkeitsstrategie eingeläutet. Alle Mitgliedsstaaten rapportieren jährlich ihre Fortschritte (Agenda 2030). Diese Ziele umfassen ökologische, soziale und ökonomische Aspekte und dienen als Ausgangspunkt für staatliche Gesetzgebungen. Die Gesetze folgen unterschiedlich schnell, aber sie folgen – und mit ihnen werden die Regularien kontinuierlich verschärft. 

Auch für Unternehmen bieten sich die Sustainable Development Goals sehr gut an, die Nachhaltigkeitsbemühungen zu beschleunigen. Bei Bystronic haben wir gemeinsam mit externen und internen Stakeholdern erarbeitet, an welchen der UN-Ziele wir schon heute unseren Beitrag leisten können. Bei den Mitarbeiter*innen hat das einen riesigen Motivationsschub ausgelöst. Nachhaltigkeit bloss als Compliance zu begreifen, greift meiner Meinung nach zu kurz. Unser Leitspruch ist «impact over compliance»: Es geht uns darum die möglichst grösste Wirkung zu erzielen. Es gibt bei uns noch sehr viel zu tun, und wir setzen gleichzeitig alles daran, schnell voranzukommen. Damit mit Nachhaltigkeit unternehmerische Chancen realisiert werden, muss sie von allen mitgetragen werden – von ganz unten bis ganz oben. 

In die Unternehmensstrategie integriert

Als Teil der verarbeitenden und exportierenden Metallindustrie müssen wir bei Bystronic sicherstellen, dass unser Material Blech auch in einer «grünen und nachhaltigen» Zukunft zum Einsatz kommt, also zukunftsfähig ist. 

Kann Blech Teil einer nachhaltigen Zukunft sein? Ja. Blech kommt heute nahezu überall zum Einsatz. Auch bei nachhaltigen Lösungen wie Windrädern, Elektroautos und deren Ladestationen braucht es Blech. Aber reicht das? Nein. Wir müssen ebenso sicherstellen, dass die Stahlproduktion CO2-neutral wird und das gesamte Ökosystem um uns herum nachhaltig gestaltet ist – nicht nur für uns, sondern auch für unsere Kundinnen und Kunden und Partner*innen.

Bei Bystronic verstehen wir Nachhaltigkeit deshalb auf drei Ebenen: Erstens wollen wir Bystronic nachhaltiger machen. Zweitens unsere Kundinnen und Kunden. Und drittens möchten wir unsere Industrie zu Nachhaltigkeit inspirieren und entsprechende Ökosysteme aufbauen. Deshalb haben wir ESG/Nachhaltigkeit als zentrales Element in die Unternehmensstrategie integriert und ein eigenes Framework entwickelt, das sich an unseren materiellen Themen und den Zielen der Vereinten Nationen orientiert: die Förderung der Mitarbeiter*innen («Empowered people»), nachhaltige Lösungen («Sustainable solutions») und verantwortungsbewusstes Unternehmertum («Responsive business»). Wo wir stehen, berichten wir im Oktober mit unserem ersten Nachhaltigkeitsbericht. 

Nachhaltige Lieferketten

Langfristiges Ziel unserer Sustainable-Solutions-Strategie ist eine «klimaneutrale Produktion». Ein Beispiel: An unserem Hauptsitz in Niederönz BE haben wir auf 100 Prozent Energie aus Wasserkraft umgestellt, eine Photovoltaikanlage sowie Ladestationen für E-Fahrzeuge installiert.

Den grössten Unterschied können wir aber bei Scope-3-Emissionen machen. Hier geht es um die Energie, die verbraucht wird, wenn unsere Maschinen im Einsatz sind. Diese lassen sich nur senken, wenn man die Ressourcen- und Energie-Effizienz steigert. Nachhaltiger Maschinenbau heisst aber auch: Wie lässt sich eine Lasermaschine, mit der Blech geschnitten wird, optimieren, sodass bei den Kundinnen und Kunden möglichst wenig Abfall anfällt? Unsere neue Abteilung «Sustainable Engineering» erarbeitet diesbezüglich neue Lösungen.

Beim Einkauf analysieren wir zusammen mit unseren Lieferant*innen, wie wir im gesamten Wertschöpfungsprozess Emissionen senken können. Gleichzeitig testen wir an unseren Maschinen bereits die Verarbeitung von «grünem Stahl». Und wir bieten unseren Kundinnen und Kunden in Kooperation mit Energie-Partner*innen Paketlösungen an, damit sie zusammen mit unseren Systemen gleich auch Photovoltaik oder Stickstoffgeneratoren beziehen können. Wir können hier unseren Kundinnen und Kunden ganzheitliche nachhaltige Lösungen und Innovation bieten und die Kundenbeziehung stärken.

Fokus auf Impact

Wo soll man als KMU nun am besten beginnen? Am einfachsten dort, wo bereits ökologisch und ökonomisch Verbesserungen erzielt werden. Es gibt schon viele Initiativen, die sich mit der Nachhaltigkeitsbrille analysieren lassen. Auch gibt es viele Mitarbeiter*innen, die für Nachhaltigkeit brennen. Bei Bystronic haben wir ein Sustainability Council ins Leben gerufen, wo abteilungsübergreifend an Ideen und Verbesserungspotenzial gearbeitet wird. Hat man die ersten Zahlen und Fakten zusammen, kann man beginnen, ambitionierte Ziele zu setzen. Viele Angestellte sind gerne bereit, ihren Beitrag an der nachhaltigen Transformation zu leisten. Sie schätzen es, wenn ihr*e Arbeitgeber*in ver­antwortungsvoll handelt – und nicht bloss Greenwashing betreibt.

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