«Wo Probleme sind, sind auch die grössten Chancen»

Das Inhaberehepaar von GELPELL über Mut und Unternehmertum in der Schweiz.

Ja zum Produktionsstandort Schweiz

Gelpell wurde im Jahr 2005 gegründet und startete 2007 mit der ersten kommerziellen Produktion in Gähwil. Als mein Mann Tomas und ich 2012 als Geschäftsführer zu Gelpell kamen, gab es ein altes Gebäude, sechs Mitarbeiter, zwei Blisteranlagen und mit den Gelpell-Perlen eine spannende Technologie, welche aber kaum Kunden hatte. Kein schöner Business Case! Man erklärte uns für verrückt, gegen jeden Trend eine Produktion in der Schweiz aufzubauen.

Aber Tomas und ich sahen in Gelpell ein Unternehmen voller Möglichkeiten. Wir wussten ja, dass die Lieferzeit für Weichkapseln zu diesem Zeitpunkt bei fast sechs Monaten lag, verbunden mit sehr hohen Abnahmemengen. Es gab keinerlei Flexibilität, und diese Situation war für viele Mittelständler untragbar. Wir trauten uns zu, dieses Problem zu lösen. Durch die Gelpell-Perlen verfügten wir über Know-how im Bereich der Gelatineverarbeitung und die nötige Infrastruktur. So beschlossen wir, Weichkapseln zu produzieren, um neue Kunden zu gewinnen.

Mit Weichkapseln zum Erfolg

Gedacht, getan: Ende 2013 kauften wir auf Kredit unsere erste Weichkapselmaschine; ein Jahr später produzierten wir die ersten verkäuflichen Kapseln, kurz darauf auch Suspensionen. Das war der Aufstieg in die Königsklasse der Lohnherstellung. Schon bald konnten wir uns mit Stolz zu den qualitativ führenden Weichkapselproduzenten in Europa zählen. 

Kein Zweifel: Wir waren auf dem richtigen Weg, denn wir gewannen immer mehr und immer grössere Kunden, besonders aus dem EU-Raum. So entschieden wir uns, am 1. Januar 2015 Gelpell als Inhaber und Geschäftsführer komplett zu übernehmen.

Als die schweizerische Nationalbank am 15. Januar 2015 den Euro-Mindestkurs aufhob, wurde der Franken stärker und der Euro-Kurs sackte ab. Der günstigere Einkauf von Rohstoffen konnte den Verlust in der Marge und die hohen Gehälter in der Schweiz bei Weitem nicht ausgleichen. Deshalb stellten wir über Nacht unsere Franken-Politik um und versuchten, eine ausgewogene Mischung zu erreichen. Über die Jahre hat sich diese Strategie sehr bewährt.

Auch unser Angebot bauten wir weiter aus. Da wir unsere Gelpell-Perlen meist in Hartkapseln abgefüllt hatten, besassen wir bereits eine Hartkapselmaschine. Da lag es nahe, den Kunden auch das Befüllen von Hartkapseln mit Pulver anzubieten. Eine hervor­ragende Idee, die von den Kunden sofort angenommen wurde.

Auf Wachstumskurs

Uns war bewusst: Der einzige Weg für einen Lohnhersteller im Bereich der Pharmazie und Nahrungsergänzung geht vorwärts. Wir mussten Kunden gewinnen und wachsen, denn erst ab einer gewissen Grösse kann man profitabel wirtschaften und am Standort Schweiz ein guter Arbeitgeber sein. So entschlossen wir uns, einen grossen Schritt zu wagen: 2017 bauten wir die Produktion entscheidend aus und investierten durch Kapazitätsausbau und die Akquise von Maschinen entschlossen in die Zukunft von Gelpell.

Die Nachfrage war unverändert hoch, und bis heute wächst der Markt für Nahrungsergänzungsmittel konstant stark. Wie zufrieden die Kunden mit unserem Angebot waren, merkten wir daran, dass immer neue hinzukamen – Kunden, die uns inzwischen seit vielen Jahren treu sind und immer neue Produkte lancieren.

Durch den konsequenten Ausbau unserer Kapazitäten konnten wir trotz jährlich zweistelligem Wachstum ein flexibler Partner für unsere Kunden bleiben. Heute fertigen wir an neun Produktionslinien verschiedene Darreichungsformen und Produkte. Parallel dazu bauen wir unsere Entwicklungsabteilung und sämtliche Strukturen weiter aus. Dank kreativer Ideen und kurzer Wege spielt Gelpell heute erfolgreich im globalen Wettbewerb mit.

Unsere Marktkenntnis hat uns dabei geholfen, den Bedarf für einen persönlichen, flexiblen, zuverlässigen und hoch qualitativen Lohnhersteller für Kapseln zu erkennen – und zu bedienen. Ganz entscheidend für den Erfolg war dabei immer unser hoch qualifiziertes und effizientes Mitarbeiterteam. Jeder Einzelne macht den extra Schritt für das Unternehmen und ermöglicht es uns, aus der Schweiz heraus kompetitiv am Markt zu bestehen. 

Es braucht Know-how – und Mut

Die Schweiz liegt im Herzen der EU und gehört doch nicht dazu. Deshalb gibt es hier – und auch bei Gelpell – ein grosses Know-how im Bereich von Import, Export, Verzollungen und Veredelungen. Wir merken besonders jetzt durch den Brexit, wie wertvoll dieses Fachwissen ist. Kilometerlange Schlangen, die auf Verzollung nach oder von England warten – das ist die neue Realität. Für viele Unternehmen ist das untragbar, deshalb bekommen wir regelmässig Anfragen von Kunden, die früher in UK produzieren liessen und die Ware nun kaum aus dem Land bekommen.

Auch Corona hat ein Umdenken gebracht. Lange, störanfällige Lieferketten, höhere Transportkosten für Seefracht, Corona­bedingte Produktionsausfälle, Preissteigerungen: All diese Fak­toren führen zu einem neuen Fokus darauf, wo Produkte hergestellt werden. Davon profitieren wir.

Das Leben ist voller Chancen, manche kommen unerwartet. Es genügt aber nicht, diese Chancen zu sehen, man muss auch den Mut haben, sie zu nutzen. Das ist für mich Unternehmertum
und das Erfolgsgeheimnis von Gelpell. Gerade da, wo Probleme sind, liegen oft auch die grössten Chancen.

Über GELPELL: Seit fünfzehn Jahren steht der Name Gelpell für Schweizer Qualität rund um Hart- und Weichkapseln für Nahrungsergänzungsmittel. Als Full-Service-Unternehmen und Lohnhersteller begleitet Gelpell seine Kunden von der Beratung über die Entwicklung, Rezeptur und Produktion bis hin zur Konfektionierung und Lieferung. Das mittelständische, inhabergeführte Unternehmen mit Sitz in Gähwil im Kanton St. Gallen ist für Kunden aus aller Welt ein schneller, flexibler Partner mit persönlichem Service und besonderer Expertise für komplexe Produkte ab kleinen Batchgrössen. Inhaber und Geschäftsführer sind seit 2015 Kristina und Tomas Edvinsson. gelpell.ch

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