Wenn Werte an Wert gewinnen

Schokolade erweist sich als ziemlich pandemieresistent. Doch eines möchten wir vorwegnehmen. Die Branche der Chocolatiers, Patissiers, aber auch Bäckereien zu den Gewinnern der Pandemie zu zählen, wäre vermessen. Aber aufgrund dessen, dass viele Geschäftsmodelle bereits auf Take-away ausgerichtet waren und insbesondere Bäckereien dank ihrem Angebot an Lebensmitteln für den täglichen Bedarf generell nicht so stark von den zahlreichen Einschränkungen in fast allen Ländern Europas betroffen waren, haben solche Betriebe auch nicht ganz so stark gelitten, wie es in anderen Branchen der Fall war. Dies hat man auch bei der Max Felchlin AG gespürt, welche hochwertige Schweizer Schokolade-Couverturen und weitere Halbfabrikate für diese Branchen produziert und in zahlreiche Länder Europas und weltweit exportiert. Zwar hatten auch wir, insbesondere zu Beginn der Pandemie, einen Umsatzrückgang zu verzeichnen, dieser hat sich in Europa aber rasch erholt.

Was wir zudem festgestellt haben war, dass im Zuge der monatelangen Einschränkungen bestimmte Wertvorstellung wieder an Bedeutung gewonnen haben. Dies hat sich auch in einem bewussteren Einkauf von Lebensmitteln, insbesondere in Bezug auf Herkunft, Transparenz und Produktionsstandards niedergeschlagen. Auch bei Schokolade von der man weiss, dass deren Hauptzutaten aus Gegenden stammen welche in vieler Hinsicht nicht den Lebensstandard von Europa aufweisen, wurde vermehrt genauer hingeschaut.

Firmenphilosophie diente als Türöffner in besonderen Zeiten

Für die Max Felchlin AG haben sich aufgrund ihrer seit Jahrzehnten gelebten Einkaufsphilosophie, und dank einer konsequenten Einhaltung von selbst erstellten Guidelines, welche deutlich über die Fair-Trade-Standards hinausgehen, Chancen und Möglichkeiten eröffnet. So konnten am Beispiel-Markt Frankreich, welcher nebenbei auch der Heimmarkt unseres grössten Mitbewerbers ist, die Umsätze im 2021 gegenüber 2019 und auch gegenüber dem Vorjahr um nahezu 50 Prozent gesteigert werden. Die Werte und die Einkaufsphilosophie von Felchlin haben den Nerv der Zeit getroffen. Als Nischenproduzent verfügen wir über ein Premium-Produkteportfolio, welches zwar seinen Preis hat, aber von welchem wir auch transparent aufzeigen können, warum und wie dieser zustande kommt. Dabei sind es keine Fair-Trade-Prämien die den Ausschlag geben. Unser Preis setzt sich zusammen aus einer guten Entlohnung der Bauern für einen speziellen Aufwand, den sie für Felchlin betreiben, aus der daraus resultierenden, bestmöglichen Produkte- respektive Bohnenqualität und schliesslich aus einer erfahrenen Entwicklungsabteilung und Produktionsstandards, welche in ihrer Art oft einzigartig oder besonders sind. Alles mit dem Ziel, das Beste aus den Rohmaterialien herausholen zu können.

Gute Betreuung und Ausbau des Vertriebsnetzes

In Frankreich verfügen wir zudem über eine jahrelange, erfolgreiche Zusammenarbeit mit unserem Vertriebspartner. Die gemeinsame Nähe zu den Kunden war in der Pandemie ein grosser Vorteil. Zwar wurde der persönliche Kontakt auf ein Minimum reduziert, aber die Umstellung auf neue Kommunikationskanäle und damit verbunden vielleicht auch mal die Lösung eines technischen Problems fällt leichter, wenn bereits eine Vertrauensbasis zu bestehenden und potenziellen neuen Felchlin-Kunden besteht.

Mit der Integration eines weiteren Partners in unser Distributionsnetzwerk, welcher nun weitere, noch nicht bearbeitete Regionen im für uns strategischen Markt Frankeich abdeckt, haben wir eine weitere Chance genutzt, das Vertriebsnetz während der Pandemie sogar noch auszubauen.

Nutzung von frei gewordenen Ressourcen und Zeit

Die raren, aber immer mal wieder vorhandenen Zeitfenster, in denen eine Reise nach Frankreich möglich war, wurden seitens Felchlin-Verkauf konsequent für Partner- und Kundenbesuche genutzt. Auch konnte zwischenzeitlich unser neuer Distributionspartner mit seinem Team in die Schweiz einreisen und die Produktionsstätte und das Schulungszentrum «Condirama» an unserem Hauptsitz in Schwyz besichtigen. Sowohl vor Ort in Frankreich als auch bei den Besuchen hier in der Schweiz konnten die Agenten unserer Vertriebspartner optimal auf unser Sortiment wie zum Beispiel die neuen Bio-Couverturen und die veganen Produkte geschult und dank intensiver Verkostung auch mit den nötigen emotionalen Verkaufsargumenten ausgestattet werden.

Chancen entlang der ganzen Wertschöpfungskette – Krankenversicherung für unsere Kakaoproduzenten

«Der Geist, aus dem wir handeln, ist das Höchste.» Dieses Zitat von Goethe steht ganz oben im Leitbild der Max Felchlin AG, welches von Max Felchlin junior, dem Sohn des Firmengründers, erstellt worden ist. Und es wäre nicht im Sinne von Max Felchlin junior gewesen, hätten wir in diesen herausfordernden Zeiten nur an uns gedacht und nicht auch Chancen genutzt, die sich für die ganze Wertschöpfungskette auszahlen. Zusammen mit dem Start-up-Unternehmen mTomady hatte Felchlin bereits im 2021 erfolgreich ein Projekt umgesetzt, welches den Kakaobauern der Region Mateza in Madagaskar Zugang zu einer Krankenversicherung ermöglicht hat. Dieses in dieser Art bisher einmalige Projekt, wird von Felchlin und Felchlin-Kunden gemeinsam finanziert. Im 2022 kann das Projekt unter anderem dank der Unterstützung eines Partners und Kunden in Frankreich auf den Bezirk Suhum in Ghana ausgeweitet werden. Damit stehen die Chancen auch weiterhin gut, dass wir dieses Projekt in weiteren Herkunftsregionen unseres Edelkakaos implementieren können.

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