Der chinesische Drache ist erwacht – Chinas Handel mit dem Zoll
Der Drache Long ist ein bedeutendes Symbol der chinesischen Kultur, verbunden mit Glück, Macht und dem Kaiser. Er prägt auch die Wirtschaft, da China als führendes Exportland mehrere florierende Schlüsselindustrien besitzt. Besonders der Technologiesektor wächst rasant mit Unternehmen wie Alibaba und Tencent, die führend sind, und jüngst mit CATL und BYD.
China ist der Welthandelsorganisation (WTO) im Jahr 2001 beigetreten. Das chinesische Zollrecht folgt den Regeln der WTO. Das Zollgebiet der Volksrepublik China umfasst das Hoheitsgebiet Chinas mit der Insel Hainan. Vom Zollgebiet ausgeschlossen: Hongkong, Macau und Taiwan.
Vorabanmeldung
China fordert Vorabanmeldungen im Warenverkehr: 24 Stunden vor Verladung bei Seefracht, vier Stunden vor Ankunft bei Luftfracht (Flugzeit über vier Stunden).
Binnen 14 Tagen muss dann ein Antrag für eine Zollbehandlung gestellt werden. Die Kommunikation läuft elektronisch über das China-E-Port-System. Neben der chinesischen Zollverwaltung sind das Wirtschafts- und das Finanzministerium sowie Kontrollbehörden (z. B. AQSIQ) und Zollagenten angeschlossen.
Freihandelsabkommen
China unterhält zahlreiche Freihandelsabkommen, vor allem im asiatisch-pazifischen Raum sowie mit einigen europäischen Staaten wie Serbien, Georgien und der Schweiz.
Das multilaterale Abkommen Regional Comprehensive Economic Partnership (RCEP), seit 2022 in Kraft, schuf die weltweit grösste Freihandelszone mit 2,3 Milliarden Menschen. Innerhalb von zehn Jahren werden über 90 Prozent der Waren zollfrei. Der Abbau der Zölle zwischen den Staaten, die Mitglieder des Abkommens sind, erfolgt schrittweise.
Im Bereich des Maschinen- und Anlagenbaus betragen die Zölle Chinas meist zwischen 5 und 20 Prozent. Bestimmte Druckmaschinen, Waschmaschinen und fast alle Werkzeugmaschinen sind vom Zollabbau gänzlich ausgenommen, sodass für japanische Konkurrenten kein Wettbewerbsvorteil entsteht. Ähnlich verhält es sich für zahlreiche elektrotechnische Waren. Im Automobilsektor ist ebenfalls kein Zollabbau vorgesehen. Auch hier erleiden europäische Exporteure keinen Wettbewerbsnachteil.
Zollfreigebiete
Waren aus Freizonen geniessen Zollvorteile, da nur importierte Vorerzeugnisse bei der Verzollung berücksichtigt werden – chinesische Komponenten und Wertschöpfung bleiben aussen vor.
Gegenwärtig sind in der Volksrepublik China 15 Export-Processing-Zonen bekannt: Dalian, Tianjin, Bejing-Tianzhu, Yantai, Weihai, Kunshan, Suzhou, Shanghai-Songjiang, Hangzhou, Xiamen-Xinglin, Guangzhou, Wuhan, Chengdu, Shenzhen und Huichun.
Handelskonflikt zwischen China und den USA spitzt sich zu
Während Donald Trump anderen Ländern in der Hoffnung auf «Deals» und zur Entlastung der Aktienmärkte eine 90-tägige Verschnaufpause gewährt, ist ein Ende der Zollspirale zwischen den USA und China nicht in Sicht. Die Volksrepublik geht inzwischen bei jeder weiteren Erhöhung der US-amerikanischen Zusatzzölle eins zu eins mit. Zusätzlich ergänzt China diese Schritte durch eine Ausweitung der Exportkontrolle gegen die USA und erhöht die Zahl der vom direkten Handel mit China ausgeschlossenen US-Firmen (Listenpolitik). Germany Trade & Invest informiert auf seiner Sonderseite zur US-Handelspolitik fortlaufend über die neuesten Zollverordnungen und Gegenmassnahmen.







































