Vom Krisenmodus zurück zu den Fundamentaldaten 

Das globale Währungsumfeld bleibt geprägt durch geopolitische Spannungen, Zentralbankpolitik und Wirtschaftsdaten. Der Irankonflikt hat die Devisenmärkte deutlich beeinflusst, doch zuletzt haben sich einige der anfänglichen Trends gedreht, da Anlegerinnen und Anleger wieder stärker auf Fundamentaldaten und geldpolitische Entwicklungen achten.

Der US-Dollar profitierte zunächst aufgrund seines Status als Zufluchtswährung und dank der US-Energieexporte, verlor dann aber an Unterstützung. Gründe dafür sind globale Zinserwartungen, die den Greenback belasten, sowie nachlassende Umfragewerte der Republikaner vor den Zwischenwahlen. Gleichzeitig sorgt die globale politische Unsicherheit für zusätzliche Volatilität, die sich nicht nur positiv auf den USD auswirkt.

Der Euro geriet zu Beginn des Nahostkonflikts unter Druck, hat aber zuletzt wieder Boden gutgemacht, da die Märkte davon ausgehen, dass die Europäische Zentralbank angesichts anhaltender Inflation die Zinsen anheben könnte. Wir sehen EURUSD in der zweiten Jahreshälfte 2026 weiterhin bei 1.20, da die europäischen Fiskalmassnahmen die Wirtschaft und damit die Währung stützen sollten.

Der Schweizer Franken wurde bei Kriegsausbruch als sicherer Hafen gesucht, steht aber mit zunehmender Risikobereitschaft und robustem globalem Wachstum unter Druck. Zudem haben die weltweit gestiegenen Zinserwartungen die Zinsdifferenz zum Franken erhöht und ihn damit belastet. Wir denken, dass der CHF nach dem Konflikt unterdurchschnittlich abschneidet und EURCHF mittelfristig höher tendiert.

Das britische Pfund zeigt sich trotz geopolitischer Unsicherheiten und der Wahlen im Mai robust und sollte in der zweiten Jahreshälfte weiter zulegen. Auch die norwegische Krone bleibt unseres Erachtens für renditeorientierte Anleger attraktiv, unterstützt durch niedrige Staatsverschuldung und solide Fundamentaldaten. Nach einer Phase der Konsolidierung rechnen wir ausserdem mit einer Erholung der schwedischen Krone.

Der australische Dollar hat sich nach einem Iran-bedingten Rückgang wieder erholt, gestützt durch starke Inlandsaktivität und Zinserhöhungserwartungen; der neuseeländische Dollar profitiert von einem festen AUD und erwarteten Zinsschritten der Reserve Bank of New Zealand. Der japanische Yen bleibt schwach und USDJPY notiert weiterhin nahe der psychologisch wichtigen Marke von 160. Wir gehen davon aus, dass diese Marke hält und JPY sich mittelfristig erholt. Der chinesische Yuan wird durch hohe Handelsüberschüsse und die fortgesetzte Umwandlung von Exporterlösen von USD in CNY gestützt, dürfte aber angesichts schwacher Binnenkonjunktur und vorsichtiger Geldpolitik nur allmählich aufwerten. 

Insgesamt rücken wirtschaftliche Fundamentaldaten und die Zentralbankpolitik wieder stärker in den Fokus, während geopolitische Risiken weiter eine Rolle spielen. Anleger sollten flexibel bleiben, da das Zusammenspiel von Politik, Wachstum und Geldpolitik weiterhin Chancen und Risiken im Währungsmarkt schafft. Die kommenden Monate dürften zeigen, ob sich die Märkte weiter von geopolitischen Einflüssen lösen und die makroökonomischen Trends wieder in den Vordergrund rücken.