Was verbindet Fremdwährungen mit Nachhaltigkeit?

Nachhaltigkeit ist ein wesentlicher Aspekt der Politikvon internationalen Institutionen und Staaten geworden. Wie werden Währungen davon beeinflusst?

Nachhaltigkeit wird anhand von ökologischen, sozialen und Governance-Kriterien (ESG) definiert und hat auf den ersten Blick wenig mit Währungen zu tun. Die Nachhaltigkeitsbewegung kann sich jedoch auf unterschiedliche Weise auf die Wechselkurse auswirken. Beispielsweise können umfassende Investitionen in Nachhaltigkeitsprojekte die Leistungsbilanz und den Wechselkurs beeinflussen, wenn deren Finanzierung im Ausland oder über internationale Institutionen erfolgt.

Zentralbanken, darunter die Europäische Zentralbank und die Schweizerische Nationalbank, haben vor einigen Jahren begonnen, Nachhaltigkeitsziele in ihre Mandate aufzunehmen. Daher ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Devisenanalyse nicht nur die Zielgrössen Inflation und Arbeitslosigkeit berücksichtigt, sondern auch den Klimawandel.

Dennoch ist es nicht einfach, zum Beispiel die Auswirkungen der Nachhaltigkeitsmassnahmen auf das Währungspaar EURCHF einzuschätzen. Die Währung eines Landes mit soliden Institutionen wie die Schweiz und glaubwürdigen Massnahmen zur Bekämpfung der Erderwärmung dürfte gute Aufwertungschancen haben.

Laut einer Studie von Indosuez Wealth Management (The ESG filter applied to currency risks;publ. 2021), die ESG-Scores der Staaten in Beziehung zur Volatilität der jeweiligen Währung setzt, haben Länder mit einer stärkeren sozialen und ökologischen Ausrichtung stabilere Währungen als Länder mit mittelmässigen ESG-Strategien. Da jedoch viele Faktoren den Wechselkurs beeinflussen, ist es schwierig, die Auswirkungen der Nachhaltigkeitspolitik isoliert zu bestimmen.

Zudem reagieren die Wechselkurse einer Währung an den Märkten auch auf die Zahlungsbilanz eines Landes, die wiederum die Direktinvestitionen im Ausland und die Portfolioinvestitionen umfasst. Nachhaltige Investitionen können sehr kapitalintensiv sein. Aus diesem Grund wenden sich Staaten und Unternehmen möglicherweise an ausländische Anlegerinnen und Anleger. Ein Schweizer Anleger, der in ein deutsches Unternehmen im Bereich der Energiewende investieren will, muss seine Anlage in Euro finanzieren. Zu diesem Zweck wechselt er Franken in Euro. Der Kauf von Euro und der gleichzeitige Verkauf von Franken festigen den Wechselkurs des Euro gegenüber dem Franken. Die Einheitswährung erstarkt also.Nachhaltigkeit besitzt somit ein interessantes Potenzial für Anleger, die diesen Ansatz verfolgen wollen. Die Währung, in der diese Investitionen getätigt werden, kann so kurz- und mittelfristig steigen. Auf längere Sicht ist ein Land, dessen Institutionen sich entschlossen für den Klimaschutz einsetzen, wohl besser auf die kommenden Jahre vorbereitet, weil es auf diese Weise auch seine Fundamentaldaten und damit seine Währung stützt. 

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