Sistag AG setzt auf Kontinuität

Wenn es um Absperrarmaturen geht, vor allem um den Plattenschieber, dann führt kein Weg an der Sistag AG im luzernischen Eschenbach vorbei. Die unter dem Markennamen Wey vertriebenen Produkte kommen weltweit im Bergbau, in der Papier- oder Lebensmittelindustrie, in Abwasserreinigungs-, Biogas- oder Chemieanlagen zum Einsatz. Seit dreieinhalb Jahren steht der 34-jährige Ökonom Samuel Sidler in dritter Generation an der Spitze des KMU und führt es mit grossem Einsatz in die Zukunft. Schon seit 1977 ist die Sistag AG Mitglied im Verband swiss export – und damit am längsten von allen dabei. Für diese Treue ist die Sistag AG geehrt worden, worüber sich Samuel Sidler und die ganze Belegschaft gefreut haben. Der Geschäftsführer beschreibt im Gespräch die Vorteile der langjährigen Mitgliedschaft, beschreibt seinen Werdegang an die Spitze des Familienunternehmens und blickt im Zusammenhang mit den geopolitischen Geschehnissen auf die nächsten Herausforderungen.

Herr Sidler, die Sistag AG in Eschenbach (LU) ist das langjährigste Mitglied im Verband swiss export. Dieses Jahr wurde Ihr KMU zum 45-Jahr-Jubiläum geehrt. Was bedeutet Ihnen diese Auszeichnung?

Samuel Sidler: Wir sind selbstverständlich sehr stolz darauf, dass die Sistag AG schon so lange dabei und sogar das Mitglied mit der längsten Zugehörigkeit ist. Die Firma ist am 1. Dezember 1977 Mitglied geworden, als noch mein Grossvater das Geschäft führte. Damals war das Unternehmen knapp dreizehn Jahre alt. Wir sind gern Mitglied, und ich freue mich schon heute auf das nächste Jubiläum, wenn wir dann fünfzig Jahre lang Teil dieses wichtigen Netzwerks sein werden.

Wie beurteilen Sie die Rolle des Verbands swiss export?

Sidler: Der Verband hat sehr viel Know-how, das er uns Mitgliedern zur Verfügung stellen kann. Für uns als KMU ergibt sich daraus ein grosser Mehrwert. Früher, als es noch keine Computer und kein Internet gab, bot der Verband bei der Umsetzung von Expansionsstrategien wertvolle Hilfe bei Recherchen in anderen Ländern und Weltregionen. Aber auch heute noch ist er eine wichtige Anlaufstelle, gerade aktuell im Zusammenhang mit dem Ukraine-Konflikt. Aber auch bei immer wiederkehrenden Exportthemen wie zum Beispiel Zolltarifen, Incoterms und allgemeiner Exportabwicklung wenden wir uns gerne an swiss export.

Welche Vorteile bringt Ihnen und Ihrer Firma die Mitgliedschaft im Verband swiss export?

Sidler: Ich schätze die interessanten Veranstaltungen, die regelmässig durchgeführt werden. Dabei trifft man immer spannende Leute und erhält guten Input. Auch das Weiterbildungsangebot schätze ich und halte es gerade für KMU für eine willkommene Gelegenheit, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in einem Themenbereich weiterzubilden.

Sie selbst haben die Sistag AG 2019 als Geschäftsführer von Ihrem Vater übernommen und führen die Firma nun mit 34 Jahren in der dritten Generation. Wie nahmen Sie diesen Übergabeprozess wahr?

Sidler: Die Übergabe verlief völlig unspektakulär und reibungslos. Mein Vater hat im Alter von genau 65 Jahren aufgehört und präsidiert heute noch den Verwaltungsrat. Ins Tagesgeschäft hat er sich seither nie mehr eingemischt. Er steht mir aber mit Rat und Tat zur Seite, wenn es nötig ist.

War der Druck für Sie gross, dass Sie die Familientradition fortsetzen und das von Ihrem Grossvater gegründete Unternehmen weiterführen?

Sidler: Nein, Druck habe ich nie verspürt. Es hat sich einfach so natürlich ergeben. Ich war ja vorher schon in der Firma tätig und habe 2013 nach meinem Masterabschluss an der Universität Zürich in Ökonomie die Leitung unserer 1987 gegründeten Tochterfirma in Mississippi in den USA übernommen, wo wir für die nord- und lateinamerikanischen Länder produzieren. Dort konnte ich sozusagen im Kleinen üben und habe mir drei Jahre lang die Sporen verdient. Dabei war es mir möglich, ziemlich autonom zu agieren. Anschliessend verbrachte ich noch ein Jahr in Südamerika, wo ich das lokale Vertriebsnetzwerk aufgebaut habe. Wenn man überhaupt von Druck sprechen kann, dann bezieht sich dieser mehr auf die soziale Verantwortung für unsere Mitarbeitenden und ihre Familien sowie für die Lehrlinge, die wir als Firma in der Region haben.

Sie sind der erste Ökonom an der Spitze der Sistag AG. Ist das ein Vor- oder Nachteil?

Sidler: Tatsächlich bin ich nach zwei Ingenieuren der erste Ökonom als Geschäftsführer der Sistag AG. Über die vielen Jahre habe ich aber die Firma, die Prozesse, Produkte und Materialen kennengelernt. Hinzu kommt, dass wir auf all unseren Posten kompetentes Fachpersonal besitzen. Jeder von uns ist Experte auf seinem Gebiet und ist somit ein Teil des grossen Ganzen. Von daher ist es sicher kein Nachteil, dass ich Ökonom bin. Den braucht es in unserer Grössenordnung ja schliesslich auch.

Welche Pläne verfolgen Sie für die Zukunft?

Sidler: Als hochspezialisiertes KMU aus der Schweiz, das im internationalen Wettbewerb steht, müssen wir immer innovativ sein und Trends frühzeitig erkennen. Gerade sind wir zum Beispiel dabei, in Deutschland, wo wir seit 1997 eine reine Vertriebsorganisation haben, einen Standort für die Teilmontage und ein Lager aufzubauen. Gleiches haben wir aus geopolitischen Überlegungen auch in Asien vor. Dadurch werden wir in der Lage sein, schneller zu reagieren und die Lieferfristen zu verkürzen, was meiner Meinung nach für uns überlebenswichtig ist.

Sistag AG

Die Sistag Maschinenfabrik Sidler Stalder AG wurde im Jahr 1964 von Hans Sidler und Hans Stalder in Eschenbach (LU) gegründet. Die Anfänge der Firma gehen aber bis ins Jahr 1908 zurück, als Johann Sidler am gleichen Standort eine mechanische Werkstätte eröffnet hatte. Heute wird die Sistag AG in dritter Generation geführt und beschäftigt in der Schweiz, in Deutschland und in den USA insgesamt rund 165 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Auf der ganzen Welt sind mehr als 1 Million Armaturen für verschiedenste Anwendungsbereiche im Einsatz, welche die Sistag AG unter dem Markennamen Wey vertreibt, montiert, wartet und repariert. Zu den wichtigsten Produkten gehören Plattenschieber, Kanalabsperrorgane, Absperr- und Rückschlagklappen. 1987 wurde in den USA eine Tochterfirma gegründet, 1997 eine in Deutschland. Die Sistag AG befindet sich zu 100 Prozent in Familienbesitz.

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