Vom Produktionsstandort zum strategischen Industriemarkt

Vietnam entwickelt sich zunehmend zu einem der dynamischsten Wirtschaftsstandorte Asiens und gewinnt als Produktions-, Beschaffungs- und Absatzmarkt stark an Bedeutung. Das Land wird heute längst nicht mehr nur als kostengünstiger Fertigungsstandort wahrgenommen, sondern entwickelt sich zu einem strategischen Industrie-, Technologie- und Infrastrukturmarkt mit wachsender regionaler Bedeutung.

Mit über 100 Millionen Einwohner:innen, einer jungen Bevölkerung und einer schnell wachsenden Mittelschicht zählt Vietnam zu den attraktivsten Emerging Markets weltweit. Das Land befindet sich in einer Phase beschleunigter Industrialisierung und wirtschaftlicher Modernisierung. Massive Investitionen fliessen in die Infrastruktur, die Digitalisierung, die Energieversorgung sowie die industrielle Entwicklung. Gleichzeitig entstehen neue Wachstumsfelder in den Bereichen Elektromobilität, erneuerbare Energien, Rechenzentren, Medtech und Hightech-Fertigung.

Chancen für Schweizer Unternehmen

Für Schweizer Unternehmen eröffnen sich dadurch attraktive Chancen – insbesondere dort, wo Qualität, Innovation und technologische Kompetenz entscheidend sind. Schweizer Produkte und Lösungen genies­sen im vietnamesischen Markt einen ausgezeichneten Ruf, vor allem in den Bereichen Maschinenbau, Medtech, Umwelttechnik, Präzisionsinstrumente sowie industrielle Automatisierung.

Zusätzlich profitiert Vietnam geopolitisch von der Neuordnung globaler Lieferketten. Im Rahmen der sogenannten China+1-Strategie verlagern internationale Unternehmen Produktionskapazitäten nach ­Vietnam oder bauen diese dort gezielt aus. Dadurch steigt die Nachfrage nach Maschinenbau, Sensorik, Automatisierung und spezialisierten industriellen Lösungen – klassische Stärken der Schweizer Exportwirtschaft.

Vietnam als regionaler Hub in Südostasien

Auch als regionaler Hub innerhalb Südostasiens gewinnt Vietnam an Bedeutung. Dank seiner strategischen Lage, der aktuellen politischen Stabilität sowie zahlreichen Freihandelsabkommen entwickelt sich das Land zu einem zentralen Knotenpunkt für Produktion, Handel und Logistik innerhalb der ASEAN-Region. Für Schweizer Unternehmen eröffnet sich damit nicht nur ein attraktiver Absatzmarkt, sondern ebenso die Möglichkeit, Vietnam als strategische Plattform für den Zugang zu weiteren Wachstumsmärkten Südostasiens zu nutzen.

Ein zusätzlicher Vorteil für Unternehmen aus der Schweiz ist das Freihandelsabkommen zwischen den EFTA-Staaten und Vietnam, das den Marktzugang erleichtert und Zölle reduziert. Gleichzeitig unterstreichen die anhaltend hohen Zuflüsse ausländischer Direktinvestitionen das starke Vertrauen internationaler Unternehmen in den Standort Vietnam. 

Globale Konzerne aus den Bereichen Elektronik, Automobilindustrie, Hightech und Konsumgüter bauen ihre Präsenz kontinuierlich aus. Entlang der gesamten Wertschöpfungskette entstehen so neue Geschäftsmöglichkeiten für spezialisierte Zulieferer, Technologieanbieter und industrielle Dienstleister.

Lokale Partnerschaften als Erfolgsfaktor

Trotz der attraktiven Perspektiven bleibt der vietnamesische Markt anspruchsvoll. Internationale Anbieter aus Korea, Japan, China, Europa und den USA sind bereits stark vertreten. Schweizer Unternehmen müssen deshalb klar positionieren, welchen Mehrwert sie durch Qualität, Zuverlässigkeit, Innovationskraft und langfristige Partnerschaften schaffen.

Entscheidend für einen erfolgreichen Markteintritt ist zudem ein tiefes Verständnis der lokalen Marktstrukturen, regulatorischen Anforderungen und kulturellen Besonderheiten. Vietnam ist stark beziehungsgetrieben: Vertrauen, persönliche Präsenz und langfristige Zusammenarbeit spielen eine zentrale Rolle im Geschäftsalltag. Viele Unternehmen unterschätzen die Bedeutung sorgfältig ausgewählter lokaler Partner sowie klar definierter vertraglicher und organisatorischer Strukturen.

Nachhaltiger Erfolg basiert deshalb weniger auf kurzfristigen Verkaufsstrategien als auf langfristigem Engagement und lokaler Verankerung. Erfolgreiche Unternehmen investieren frühzeitig in tragfähige Partnerschaften und bauen ihre Präsenz schrittweise auf – von Distributoren und Projektpartnern bis zu eigenen Strukturen vor Ort.

Unser Fazit

Vietnam entwickelt sich mit hoher wirtschaftlicher Dynamik zunehmend von einem klassischen Produktionsstandort zu einem strategischen Industrie-, Technologie- und Infrastrukturmarkt. Die steigende Kaufkraft und der wachsende Bedarf an hochwertigen technologischen Lösungen eröffnen hauptsächlich Schweizer Unternehmen attraktive Chancen in ihren traditionellen Stärkefeldern Qualität, Innovation und Präzision.

Für Unternehmen entsteht eine seltene Kombination aus starkem Wirtschaftswachstum steigender Kaufkraft hoher Nachfrage nach Qualität, Innovation und Know-how Besonders erfolgreich sind Unternehmen, die Marktgegebenheiten kennen und verstehen lokale Partnerschaften sorgfältig aufbauen Vietnam als langfristigen Entwicklungs- und Kooperationspartner verstehen

Im Hintergrund dieser Einschätzungen steht die langjährige Erfahrung von Silberstein + Partners aus Singapur – das Unternehmen unterstützt seit über 20 Jahren Schweizer Firmen dabei, in Südostasien erfolgreich Fuss zu fassen – sowie die Expertise von Roger Leitner, Chairman des Vietnam Committee der Swiss-Asian Chamber of Commerce (SACC) und ausgewiesener Vietnam-Kenner. Diese gebündelte Erfahrung unterstreicht die zentrale Bedeutung von langfristigem Denken, lokaler Verankerung und strategischen Partnerschaften für nachhaltigen Erfolg im vietnamesischen Markt.