Patente und Marken schützen nur, wenn man sie verteidigt

Schweizer Exportfirmen investieren viel in Innovation – und erleben beim Grenzübertritt bisweilen ein böses Erwachen: Kopien, Trittbrettfahrer, Piraterie. Gerade im Exportgeschäft jedoch zeigt sich, wie wirkungsvoll die konsequente Durchsetzung von Marken, Patenten oder Designs sein kann. Schutzrechte sind keine Zierde, sondern wertvolle Werkzeuge.

Sich informieren und sich von Patent- und Markenanwälten beraten lassen: Das ist der erste Schritt, wenn man mit dem Gedanken spielt, sein geistiges Eigentum zu schützen. Entscheidet man sich schliesslich beispielsweise für ein Patent, ist die Erfindung offiziell abgesichert.

Doch Schutzrechte sind kein Selbstläufer. Sie sind nur so stark, wie man sie auch gegen Dritte durchsetzt. Das bedeutet: Unternehmen müssen gegen Nachahmer aktiv vorgehen – zuerst das Gespräch suchen (Abmahnung), dann, wenn nötig, vor Gericht ziehen oder Behörden einschalten. Die Praxis liefert zahlreiche Beispiele von Unternehmen, die ihr Schutzrecht konsequent – ja kompromisslos – verteidigen.

Einen Konzern aus dem Spiel genommen

Der Streit zwischen Polaroid und Kodak ist ein Klassiker der Durchsetzung. Der Plot: Ein Pionier verteidigt seine Technologie und legt sich mit einem Giganten an. Polaroid hielt seinerzeit zentrale Patente für die Sofortbildfotografie. Dennoch stieg Kodak mit eigenen Sofortbildkameras in diesen Markt ein. Nach einem langjährigen Prozess stellte ein US-Gericht fest, dass Kodak mehrere Polaroidpatente verletzt hatte. Die Folge: ein Verkaufsverbot für Kodaks Sofortbildkameras und -filme. Das Unternehmen musste sein gesamtes Sofortbildgeschäft einstellen. Am Ende zahlte der Konzern Hunderte Millionen Dollar als Vergleichssumme. Der Fall zeigt eindrücklich, wie mächtig konsequent durchgesetzte Patente sein können und wie teuer es wird, wenn man fremde Schutzrechte unterschätzt.

Ein klassisches Beispiel aus Übersee. Doch auch Schweizer KMU setzen ihre Schutzrechte täglich durch, weil ihnen ihre Innovation etwas wert ist. Wer nichts tut, gefährdet seine Marken, Patente oder Designs.

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