Unternehmensnachfolge richtig planen

Viele Inhaber*innen von Speditions-, Transport- und Logistikunternehmen stehen vor der Frage: Wie gelingt die Zukunft des eigenen Unternehmens – ohne Überforderung? Eine geregelte Nachfolge ist kein Formalakt, sondern ein strategischer Prozess, der Zeit, Weitsicht und Struktur verlangt. Der folgende Beitrag gibt Ihnen ein paar Impulse, wie die Unternehmensnachfolge vorausschauend geplant werden kann. 

Frühzeitig planen – entscheidend für den Erfolg

Idealerweise beginnt die Nachfolgeplanung fünf bis zehn Jahre vor der Übergabe. So bleibt Zeit, Optionen zu prüfen, Nachfolger zu entwickeln und Risiken zu minimieren. Auch Krankheit oder Unfall können eine sofortige Regelung nötig machen. Frühzeitige Planung erhöht den Unternehmenswert und sorgt für einen reibungslosen Übergang. Tipp: Nehmen Sie das Thema Nachfolge jährlich in die strategische Planung auf.

Zentrale Fragen im Nachfolgeprozess

Persönlich: Bin ich bereit loszulassen? Welche Rolle will ich danach einnehmen? Strategisch: Ist mein Unternehmen attraktiv für Nachfolger? Gibt es interne Kandidaten? Finanziell und rechtlich: Welche steuerlichen, finanziellen und rechtlichen Folgen bringt die Übergabe mit sich?

Interne oder externe Nachfolge?

Intern (Familie, Mitarbeitende): Vorteile: Vertrauen, Kontinuität, Wissenstransfer. Nachteile: emotionale Verflechtungen, mögliche Qualifikationslücken.

Extern (Verkauf an Dritte): Vorteile: neue Impulse, oft mehr Kapital. Nachteile: kulturelle Brüche, längere Übergabephase.

Tipp: Prüfen Sie beide Optionen parallel – die beste Lösung zeigt sich meist erst im Vergleich.

Der Nachfolgeprozess in fünf Etappen

1. Standortbestimmung: Vision und aktuelle Lage klären.

2. Konzeptentwicklung: Zeitplan, Kommunikation, Einbindung von Familie und Berater*innen.

3. Nachfolgesuche: Anforderungen und Suchkanäle definieren.

4. Vertragsverhandlung: Preis, Finanzierung und Rolle des Übergebers festlegen.

5. Begleitung und Loslösung: geordneter Ausstieg, emotionale Vorbereitung.

Kommunikation als Erfolgsfaktor

Eine offene, transparente Kommunikation schafft Vertrauen – intern wie extern. Mitarbeitende sollen frühzeitig informiert werden, um Unsicherheiten zu vermeiden. Nach aussen gilt: Wechsel klar als Chance vermitteln, nicht als Risiko.

Empfehlungen für die Praxis

• Jährliche Standortbestimmung zur Reflexion der eigenen Nachfolgeperspektive.

• Nachfolgedossier mit zentralen Unterlagen (Bewertung, Organigramm, Rollenprofile) erstellen.

• Fachpersonen frühzeitig einbeziehen – zum Beispiel Treuhänder*innen, Jurist*innen oder
Nachfolgeexpert*innen.

• Eigene Rolle klären und transparent kommunizieren.

Fazit

Eine Nachfolge ist ein mehrjähriger Prozess, kein Ereignis. Wer früh plant, gewinnt Handlungsspielraum, senkt Risiken und stärkt die Zukunftsfähigkeit. Eine strukturierte Nachfolge bewahrt Wissen, Arbeitsplätze und Vertrauen. Sie schafft Klarheit und Sicherheit – für Unternehmer, Nachfolger und Mitarbeitende. n

Quellenangabe:

Bild: Symbolbild, Getty images