Datenbasierte Lösungen gegen den Lieferengpass

Eine stabile und agile Lieferkette ist entscheidende Voraussetzung, um Kunden pünktlich mit Produkten und Dienstleistungen zu beliefern.

Pandemiebedingte Produktionsausfälle, der Brexit, Handelskriege und gleich mehrere schwere Naturkatastrophen führen derzeit vielfach vor Augen, wie störanfällig die heutige globale Lieferkette ist. Viele Unternehmen haben mit den Auswirkungen ganz unterschiedlicher und häufig unerwartbarer Ereignisse auf ihre Produktionsprozesse zu kämpfen. So kommen zurzeit vier von fünf Schweizer Unternehmen nicht an die Rohstoffe und Vorfabrikate, die sie zur Herstellung ihrer Produkte benötigen, wie eine Umfrage des Wirtschaftsdachverbands Economiesuisse ergibt.

Wie schnell die globale Lieferkette ins Stocken gerät, zeigt beispielhaft die sechstägige Blockade des Suezkanals im Frühjahr: Nachdem das Containerschiff «Ever Given» dort gestrandet war, stauten sich mehrere Hundert Frachtschiffe. Insgesamt hatte die Havarie verheerende Auswirkungen auf den Welthandel – schliesslich muss jeder dritte Schiffscontainer weltweit durch den Kanal. So kam es auch in der Schweiz zu Lieferengpässen, vor allem im Elektronikbereich.

Angesichts derartiger Entwicklungen überdenken viele Firmen ihre Lieferketten. Per so genanntem Reshoring oder Nearshoring verlagern sie Zulieferer und Produktionsstätten zurück in die Heimat oder in näher gelegene Regionen. Vielfach soll vor allem die Abhängigkeit vom asiatischen Wirtschaftsraum verringert werden.

Ein Blick auf Deutschland zeigt, dass dabei insbesondere der Westbalkan in den Fokus geraten könnte. Das belegen Umfragen der deutschen Handelskammern. Die Region zeichne sich durch niedrige Löhne, räumliche Nähe und eine kulturelle Verwandtschaft aus, heisst es.

Die Schweiz ist ohnehin wichtiger Partner der Region, zu der Albanien, Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Montenegro, Nordmazedonien und Serbien zählen: Bei den Direktinvestitionen in die Region zwischen 2010 und 2019 rangieren hiesige Unternehmen auf Platz zwei hinter den Niederlanden. Politisch stehen gute Be­ziehungen zum Westbalkan und eine enge Zusammenarbeit bei der Transition zu demokratischen und marktwirtschaftlichen Systemen seit mehr als zwanzig Jahren auf der Agenda.

Allerdings kommt es bei einer Neuausrichtung der Lieferketten weniger darauf an, eine Zulieferer-Region dauerhaft durch eine andere zu ersetzen; vielmehr geht es darum, eine agile, geografisch verteilte Lieferkette zu etablieren, die bei unerwarteten Ereignissen schnell umschwenken kann und entsprechend widerstandsfähig ist.

Um ein zuverlässiges und gleichzeitig flexibles Lieferantennetzwerk aufzubauen, gilt dabei überall auf der Welt, Lieferanten auf finanzielle Gesundheit, saubere Geschäftspraktiken, Unternehmensverflechtungen und -abhängigkeiten hin zu überprüfen.

Datenbasierte Lösungen spezialisierter Dienstleister mit einem globalen Netzwerk geben tagesaktuell Aufschluss über alle unternehmensrelevanten Parameter. Zusätzlich liefert eine Analyse dieser Daten aggregierte Erkenntnisse auf Länder-, Regionen- und Branchenebene. Sie macht es den Anbietern ferner möglich, hausintern Lieferketten zu modellieren und zu identifizieren und so wertvolle Zusatzerkenntnisse zu liefern. Supply-Chain-Manager können ihr Lieferantennetzwerk mittels entsprechender Anwendungen deutlich besser überblicken, Risiken frühzeitig identifizieren und die Widerstandsfähigkeit ihrer Lieferkette so entscheidend erhöhen.

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