Aus schweizerisch wurde europäisch

Gerätehersteller wie Hilti, Metabo und Bosch wissen, wie sie ihre Produkte markenwirksam und sicher verpacken: in Kunststoffkoffer von PLASTON. Das international tätige Unternehmen aus dem St. Galler Rheintal produziert jährlich mehr als vier Millionen Koffer. Im tschechischen Šluknov und somit in der EU arbeiten heute gleich viele Fachleute wie am Hauptsitz in Widnau. Wie kam das? Und wie geht es?

Es mag einen Bauarbeiter mit Stolz erfüllen. Er trägt den blauen, roten oder grünen Koffer jedenfalls gerne über die Baustelle. Der Kunststoffkoffer ist für namhafte Hersteller von Bohrhämmern und weiterem Elektrowerkzeug zum Markenzeichen geworden. Und dieses stärkt eben nicht nur die Marke, sondern schützt zugleich den Kofferinhalt. Deshalb setzen auch Hersteller von Messgeräten, von Sanitärwerkzeug sowie von Medizin- und Labortechnik auf die Kunststoffkoffer von PLASTON.

«Wir formen Lösungen», sagt PLASTON-CEO Alexander Gapp und verweist auf die vierzig Tonnen Kunststoffgranulat, die PLASTON täglich zu Kunststoffkoffer und zu Kunststoff-Sichtteilen etwa für Gerätegehäuse verarbeitet. Produziert wird in Widnau, wo das Unternehmen vor 65 Jahren gegründet worden ist, im tschechischen Šluknov und im chinesischen Jiaxing.

In zwanzig Minuten beim Kunden
«Wir folgen dem Kunden», sagt Paul Hämmerle. Er ist verantwortlich für Marketing und Verkauf – und möchte wörtlich genommen werden: Als die PLASTON AG 1995 in den europäischen Osten ging und das Produktionswerk in Šluknov eröffnete, tat sie es für den Bosch-Konzern, der zu diesem Zeitpunkt seit zehn Jahren Kunde war. «Wir wollten näher zu ihm rücken. Bosch betreibt im deutschen Sebnitz, nahe der Grenze zu Tschechien, ein Produktionswerk. Zwischen Sebnitz und Šluknov liegen gerade einmal fünfzehn Kilometer. Wir sind also in zwanzig Minuten beim Kunden.»

Über die Jahre ist die PLASTON-Produktion in Šluknov stetig gewachsen. «Mittlerweile ist das Werk produktionstechnisch sogar wichtiger geworden als unser Hauptsitz in Widnau», so Paul Hämmerle. «In Šluknov stellen wir heute Koffer für sämtliche Elektrowerkzeuge unserer Kunden her.» Auch die metaBOX, die PLASTON gemeinsam mit Metabo entwickelt hat, wird im Werk in Šluknov produziert. Lesen Sie mehr dazu im Abschnitt «Mach Ordnung – ein für alle Mal».

Aufträge aus dem Osten
«Wir haben uns auch in anderer Hinsicht weiterentwickelt», fügt Maciej Pasiecznik an, der das Werk in Šluknov leitet: «Bis vor wenigen Jahren waren wir quasi die verlängerte Werkbank unseres Hauptsitzes. Unterdessen haben wir ein eigenes Projektmanagement und ein eigenes Vertriebsteam.» Worauf Maciej Pasiecznik anspielt: Die Mitarbeitenden im Verkauf haben neue Kunden in Tschechien und Polen gewinnen können, an die das Team in Widnau aufgrund der geografischen und sprachlichen Distanz nicht herangekommen wäre. Das bestätigt Paul Hämmerle. Sein Fazit: «Šluknov ist zu unserem EU-Standort geworden.»

Gerade wird der Maschinenpark in Šluknov wieder einmal erweitert, und unterdessen erwägt CEO Alexander Gapp auch eine bauliche Vergrösserung des Fabrikationsgebäudes, das PLASTON einst gekauft hat.

«Wir sind eine Familie»
Zur PLASTON-Gruppe gehört neben der PLASTON AG die Boneco AG. Sie entwickelt, produziert und vertreibt hochwertige Geräte zur Luftbehandlung in Wohnräumen. Jörg Frei, Verwaltungsratspräsident der PLASTON-Gruppe, ist der Enkel des Firmengründers Hans Frei. Wie sein Vater und sein Grossvater pflegt und fördert er das Zusammengehörigkeitsgefühl der Mitarbeitenden weltweit.

«Die rund 400 PLASTON-Mitarbeitenden in Europa und Asien berufen sich alle auf die gleichen Grundsätze», erklärt CEO Alexander Gapp. «Wir wissen, dass wir uns aufeinander verlassen können und dass wir gemeinsam – mit bewusstem Querdenken, konstruktivem Hinterfragen und starker Kundenfokussierung – immer wieder innovative Lösungen kreieren.»

Paul Hämmerle: «Wir bewegen uns in einer Familie.» Und deshalb begegnen sich die je rund 150 Mitarbeitenden in Widnau und in Šluknov auf Augenhöhe. Führungsteam und Projektteams tauschen sich regelmässig aus. Damit der Kunde genau das, was er braucht, in gewünschter Qualität zur richtigen Zeit am richtigen Ort erhält.

Mach Ordnung – ein für alle Mal
PLASTON ist zusammen mit Metabo gerade dabei, eine Erfolgsgeschichte der eigenen Art zu schreiben: Der Systemkoffer metaBOX, den die beiden gemeinsam konzipiert haben und der in Šluknov produziert wird, entwickelt sich zu einem Renner. Koppelbar und stapelbar waren zuvor schon andere Systemkoffer. Doch eine Adapterplatte macht die metaBOX kompatibel mit Koffern anderer Anbieter.

Der Systemkoffer ist in acht Grössen erhältlich. Egal welcher Koffer in welcher Breite, Tiefe und Höhe auf welchem steht: Koppeln und Stapeln geht immer. Einfach eine Vierteldrehung am Knopf, und zwei Koffer sind verbunden.

Ob es die Schreinerin in ihrer Werkstatt braucht, der Sanitärinstallateur in seinem Transporter oder der Polier auf der Baustelle: Das System der metaBOX schafft überall Ordnung und Übersicht. Ergonomisch durchdacht ist der Koffer auch: Mit dem Frontgriff trägt die Handwerkerin bequem einzelne Koffer, mit dem Deckelgriff kann sie einen ganzen Stapel anheben. Im Innern jedes Koffers sorgen Einlagen dafür, dass neben Werkzeugen auch Verbrauchsmaterialien stets auffindbar bleiben. PLASTON bietet den Systemkoffer auch anderen Werkzeugherstellern und überhaupt weiteren Unternehmen an: Die Farbe des Koffers und der Funktionselemente wie Griff, Verschlüsse und Drehknopf lässt sich frei wählen, und PLASTON druckt je nach Wunsch das Firmenlogo des bestellenden Unternehmens auf.

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