Schweizer Warenexporte erneut auf Vorkrisenniveau

In der globalen Industrie herrscht aktuell Knappheit an einigen wichtigen Inputfaktoren. Insbesondere bei Halbleitern, welche unter anderem bei der Produktion von Fahrzeugen zum Einsatz kommen, übertrifft die Nachfrage zur Zeit das Angebot. Des Weiteren sind die Transportkosten für Warengüter teilweise überdurchschnittlich hoch. Trotz den daraus entstehenden Lieferengpässen in den internationalen Wertschöpfungsketten konnten die Schweizer Warenexporte im 2. Quartal 2021 und zu Beginn des 3. Quartals 2021 ihre positive Entwicklung fortsetzen. Weitere Details.

Die MEM-Exporte beispielsweise sind im 2. Quartal 2021 wieder auf ihr Vorkrisenniveau geklettert und konnten dieses Niveau auch zu Beginn des 3. Quartals 2021 halten. Dazu trugen insbesondere die starken Wachstumsraten bei den wichtigsten europäischen Abnehmern bei. Aber auch die Exporte in die USA und nach China nahmen weiter zu. Wenngleich die erwähnten Lieferengpässe die Produktion erschweren, bleibt die Stimmung in der globalen Industrie vergleichsweise optimistisch.

Ersparnisse, die während den Lockdowns angehäuft wurden, sowie Unterstützungszahlungen der Regierungen im Zuge der Coronakrise haben die globale Güternachfrage in den vergangenen Monaten angetrieben. In Anbetracht der eingeschränkten Produktion während der Lockdowns wurde diese Nachfrage zu einem wesentlichen Teil über den Abbau der Warenlager bedient. Insofern gilt es nun für die internationale Produktion, die Warenlager wieder zu füllen. Folglich sollte die Entwicklung der Schweizer MEM-Exporte weiterhin positiv verlaufen.

Auch bei den Uhrenexporten hat das 2. Quartal 2021 eine vollständige Erholung gebracht. Die Ausfuhren legten wieder auf das Niveau aus dem Vorkrisenjahr 2019 zu, und insbesondere China verzeichnet eine starke Nachfrage nach Schweizer Uhren. Während Letztere früher vornehmlich von chinesischen Touristen auf Reisen erworben wurden, finden sie nun aufgrund der Corona-Pandemie vermehrt im Inland einen neuen Besitzer. Zu Beginn des 3. Quartals konnten die Uhrenexporte nochmals zulegen und übertrafen ihr Vorkrisenniveau im Juli 2021 um über 10 Prozent. Die Delta-Variante stellt ein gewisses Risiko dar, das die Nachfrage nach Schweizer Uhrenexporten wieder dämpfen könnte. Dies entspricht jedoch nicht unserem Basisszenario. Wenngleich die Pharmaindustrie grösstenteils ihrem eigenen Zyklus folgt, darf ihr Beitrag zur Erholung der Schweizer Gesamtexporte im 2. Quartal 2021 nicht unterschätzt werden. Die grösste Zunahme verzeichneten die Pharmaexporte nach Spanien mit einem Plus von 106 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Dies ist wohl auf die Auslieferung von Wirkstoffen für COVID-19-Vakzine nach Spanien zurückzuführen, wo Impfstoffe hergestellt, abgefüllt und schliesslich ausgeliefert werden. Die Nachfrage nach Impfstoffen dürfte weiterhin hoch bleiben – genauso wie der internationale Bedarf an anderen pharmazeutischen Produkten aus der Schweiz.

Uhrenexporte: Nachfrage in China hat zugenommen
Uhrenexporte in CHF Mio., nach Ländern, saisonbereinigt


Quelle: Eidgenössische Zollverwaltung, Credit Suisse

Pharmaexporte nach Spanien schnellen in die Höhe
Entwicklung der Pharmaexporte ggü. Vorjahresquartal, nach Ländern, saisonbereinigt, und Anteil an Gesamt-Pharmaexporten (2019)


Quelle: Eidgenössische Zollverwaltung, Credit Suisse

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