Schweizer Exportwirtschaft im Erholungsboom

Die Schweizer Wirtschaft hat die Corona-Pandemie bisher mit erstaunlich geringen Einbussen überstanden. Dies zumindest, wenn man das Bruttoinlandsprodukt (BIP) als Massstab verwendet: Trotz der massiven zweiten Infektionswelle hat das BIP das Vorkrisenniveau mittlerweile annähernd wieder erreicht. Insgesamt dürfte das BIP dieses Jahr um 3,5 Prozent zulegen und damit den Einbruch von 2020 (–2,6 Prozent) mehr als kompensieren. Auch die Exportindustrie hat sich seit Jahresbeginn 2021 solide entwickelt.

Im März erreichten die Exporte der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie das höchste Niveau seit Mai 2019. In den wichtigsten Abnehmerländern ist seit Jahresbeginn ein Aufwärtstrend auszumachen. Dies ist auf die starke globale Güternachfrage zurückzuführen. Auch die Pharmaexporte haben im Vergleich zu ihrem Vorkrisenniveau im 1. Quartal 2021 um über 10 Prozent zugelegt. Insbesondere die Exportmärkte USA und China haben dazu beigetragen. In Deutschland und Italien geht die Erholung dagegen nur schleppend voran. Dafür zeigen jüngst weitere europäische Märkte wie Spanien oder Frankreich Zeichen einer positiven Entwicklung.

Sogar die Uhrenexportindustrie konnte im 1. Quartal 2021 beinahe wieder ihr Vorkrisenniveau aus dem Jahr 2019 erreichen. Dies obschon sich das Jahr 2020 durchweg schwierig gestaltet hatte. In China scheint jüngst ein gewisser Nachholkonsum stattgefunden zu haben, die Uhrenexporte dorthin nahmen stark zu. In den USA dürften derweil die Unterstützungszahlungen der Regierung an die Haushalte auch die Uhrennachfrage erhöht haben.

Infolge der Fortschritte bei der Covid-19-Impfkampagne und des verstärkten Testregimes in der Schweiz und im weiteren Teilen der Welt flaut die Pandemie kontinuierlich ab, sodass sich die wirtschaftlichen Aussichten für das 2. Halbjahr 2021 äusserst positiv präsentieren. Einerseits springt die Aktivität in den meisten Schweizer Dienstleistungsbranchen nach den Lockerungen der Massnahmen zur Eindämmung der Pandemie quasi automatisch wieder an; andererseits erholt sich die Industrie dank der global überdurchschnittlich hohen Nachfrage nach Gütern nach wie vor derart rasch, dass verbreitet sogar Knappheit herrscht. Entsprechend liegt der Einkaufsmanagerindex (PMI) für die Schweizer Industrie, der die Nachfrage in der Industrie widerspiegelt, derzeit auf dem höchsten Stand seit Beginn der Erhebung im Jahr 1995. Dank dem andauernden Erholungsboom in der globalen Industrie dürften sich die Exporte der Schweizer MEM-Branche weiterhin dynamisch entwickeln. Zudem sollte die schrittweise Lockerung der Restriktionen in der Europäischen Union (EU) die Konsumentenstimmung heben und somit auch zu einer Erholung der Schweizer Uhrenexporte in die EU beitragen. Schliesslich wird die Normalisierung des Spitalbetriebs die Nachfrage nach Schweizer Pharmaexporten weltweit stützen (vgl. Monitor Schweiz Q2 2021).

Pharmaexporte legen im 1. Quartal 2021 wieder zu
Entwicklung der Pharmaexporte ggü. Vorkrisenniveau (gleiches Quartal im Jahr 2019), nach Ländern, saisonbereinigt, und Anteil an Gesamt-Pharmaexporten


Quelle: Eidgenössische Zollverwaltung, Credit Suisse

Wachstum der Uhrenexporte nach China und in die USA
Uhrenexporte, Veränderung ggü. Vorkrisenniveau (gleiches Quartal im Jahr 2019), nach Ländern, saisonbereinigt


Quelle: Eidgenössische Zollverwaltung, Credit Suisse

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